Mitarbeiterkarten
Corporate Card: Unterschied zur Business Card
Corporate Card und Business Card klingen ähnlich, unterscheiden sich aber in Vertrag, Haftung und Verwaltung. Dieser Ratgeber zeigt, was dahintersteckt und wann welches Modell passt.
Zuletzt überarbeitet · Redaktion Geschäftskreditkarte.de

Kurzantwort: Eine Corporate Card ist eine Firmenkreditkarte, die das Unternehmen als Vertragspartner führt und an Mitarbeitende ausgibt. Die Business Card dagegen läuft häufig auf eine einzelne Person, die Selbstständige oder den Geschäftsführer. Welche Variante vorliegt, entscheidet der Kartenvertrag: Wer haftet, wer rechnet ab und wer das Limit setzt, ist je nach Anbieter verschieden geregelt. Eine Übersicht der am Markt erfassten Karten bietet der Vergleich der Firmenkreditkarten.
Was eine Corporate Card ist
Der Begriff stammt aus dem Geschäftsreisemarkt und meint eine Karte, die ein Unternehmen für seine Beschäftigten bestellt. Das Unternehmen schließt eine Rahmenvereinbarung, die Mitarbeitenden erhalten eine Karte mit eigenem Namen und eigenem Limit. Die Umsätze laufen auf Kartenebene zusammen und werden dem Unternehmen zentral abgerechnet. Im Deutschen sprechen Anbieter und Fachmedien auch von Firmenkreditkarte, Unternehmenskarte oder Geschäftskarte. Die Begriffe überschneiden sich, deshalb lohnt der Blick in die Vertragsbedingungen statt in die Produktbezeichnung.
Die Suchbegriffe Corporate Card und Corporate Credit Card beschreiben im Alltag dasselbe: eine Kreditkarte mit Charge-Funktion, bei der die Umsätze gesammelt abgerechnet werden und nicht sofort das Konto belasten. Wie eine Charge-Karte von Debit- und Revolving-Karten abzugrenzen ist, erklärt der Beitrag Charge, Debit, Revolving: Kartentypen.
Corporate Card und Business Card im Vergleich
Die Unterschiede liegen weniger im Kunststoff als im Vertrag. Die folgende Tabelle zeigt typische Merkmale. Sie sind Tendenzen, keine feste Regel, denn jeder Anbieter gestaltet seine Produkte selbst.
| Merkmal | Corporate Card | Business Card |
|---|---|---|
| Vertragspartner | Unternehmen, oft über Rahmenvereinbarung | Unternehmen oder Inhaber als Einzelperson |
| Typische Nutzer | Mitarbeitende, Vertrieb, Reisende | Inhaber, Geschäftsführung, Selbstständige |
| Haftung | Je nach Vertrag beim Unternehmen oder geteilt | Häufig bei der Person, die den Vertrag unterzeichnet |
| Abrechnung | Zentrale Sammelabrechnung, Einzelnachweise je Karte | Abrechnung je Karte oder Kartenkonto |
| Verwaltung | Portal für Limits, Sperren, Berichte | Oft einfacher, auf wenige Karten ausgelegt |
| Mindestgröße | Teils Mindestumsatz oder Mindestzahl an Karten | Meist schon für eine Karte erhältlich |
Eine Business Card kann also durchaus mehrere Mitarbeiterkarten umfassen, und eine Corporate Card kann bei kleinen Firmen als einzelne Karte ausgegeben werden. Ob die Haftung bei einem Missbrauch beim Unternehmen oder bei der einzelnen Person liegt, steht in den Kartenbedingungen. Zur Rechtslage bei Firmenkarten informiert der Beitrag Haftung bei der Firmenkreditkarte.
Wer eine Corporate Card braucht
Sinnvoll ist das Modell, sobald mehrere Personen im Namen des Unternehmens bezahlen. Typische Fälle:
- Außendienst und Vertrieb mit regelmäßigen Reisekosten, Mietwagen und Hotelbuchungen.
- Einkauf kleiner Beträge bei wechselnden Lieferanten, die keine Rechnung auf Ziel akzeptieren.
- Marketing mit laufenden Werbekosten, etwa bei Plattformen, die nur per Karte abbuchen. Mehr dazu unter Firmenkreditkarte für Online-Werbung.
- Projektteams, die für einen begrenzten Zeitraum ein festes Budget erhalten.
Wer als Selbstständiger allein arbeitet, braucht den Verwaltungsaufwand einer Corporate Card meist nicht. Hier genügt eine einzelne Geschäftskarte, wie sie auf der Seite Kreditkarte für Selbstständige beschrieben ist.
Auch bei Gesellschaften lohnt der Blick auf die Struktur. Eine GmbH mit Geschäftsführer und zwei Angestellten kann mit einer Business Card und zwei Zusatzkarten gut auskommen, während ein Vertrieb mit zwanzig Außendienstlern ein Portal für Limits und Freigaben braucht. Für Kapitalgesellschaften beschreibt Kreditkarte für die GmbH, worauf bei Antrag und Bonität zu achten ist.
Firmenkreditkarten für Mitarbeiter: Was sich regeln lässt
Wer Karten an Beschäftigte ausgibt, sollte vier Dinge klären, bevor die erste Karte unterschrieben wird. Erstens das Limit: Es kann pro Karte oder gemeinsam für alle Karten gelten. Zweitens die Zugriffsrechte: Wer darf Karten sperren, Limits ändern oder neue Karten bestellen? Drittens die Belegpflicht: Wann und in welcher Form reichen Mitarbeitende Rechnungen ein? Viertens die Nutzungsregeln: Sind Bargeldabhebungen erlaubt, und dürfen private Ausgaben gelegentlich über die Karte laufen? Eine Vorlage für die interne Regelung bietet der Beitrag Kartenrichtlinie für Mitarbeiter, die Einführung beschreibt Firmenkreditkarte für Mitarbeiter.
Praktisch zeigt sich der Unterschied zwischen den Modellen bei der Abrechnung. Einzelne Banken stellen laut Datensatz eine eigene Umsatzabrechnung je Mitarbeiter bereit, andere liefern eine Sammelabrechnung für das Unternehmen. Für die Buchhaltung ist beides möglich, der Aufwand unterscheidet sich aber: Eine Sammelabrechnung muss die Buchhaltung den Personen und Kostenstellen zuordnen, eine Abrechnung je Karte nimmt ihr diese Arbeit teilweise ab.
Anbieterbeispiele für Karten mit mehreren Nutzern
Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Modelle ausfallen. Es handelt sich um Beispiele für Bauformen, nicht um eine Empfehlung. Alle Angaben stammen aus dem Datensatz dieses Portals, der Stand der Anbieterquellen steht auf der jeweiligen Kartenseite.
Amex Business Gold und Platinum
Bei der Amex Business Gold Card sind laut Anbieterseite bis zu 99 Zusatzkarten ohne zusätzliches Entgelt möglich, jede mit individuellem Limit. Die Business Platinum Card enthält laut Anbieterseite eine Platinum-Zusatzkarte und bis zu 98 Gold-Zusatzkarten. Beide Karten sind Charge-Karten, bei denen die Umsätze monatlich abgerechnet werden. Weitere Einzelheiten stehen auf der Seite Amex Firmenkreditkarte.
Bankkarten mit Abrechnung je Mitarbeiter
Die Commerzbank Business Card Classic nennt nach den Datensätzen eine getrennte Kartenabrechnung je Mitarbeiter, ebenso die Deutsche Bank BusinessCard mit individuellen Kartenlimits und Umsatzabrechnungen je Mitarbeiter. Die Commerzbank-Karte setzt ein Geschäftskonto voraus, die Deutsche Bank nennt als Zielgruppe ihre Geschäftskunden.
Ausgabenmanagement mit Kartenfunktion
Anbieter wie Pliant, Moss, Payhawk oder Spendesk verbinden Karten mit einer Software für Freigaben und Belege. Die Preise nennen sie nach den erfassten Seiten nur auf Anfrage. Bei Pliant gibt der Anbieter an, dass die Lösung nicht für Freiberufler und nicht für Kartenumsätze unter 10.000 Euro im Monat gedacht ist. Solche Mindestgrößen sind für kleine Firmen ein Ausschlusskriterium. Zum Thema Kontrolle von Ausgaben siehe Ausgabenmanagement mit Firmenkreditkarte.
Beispiel AirPlus: Corporate Card aus dem Reisemarkt
AirPlus gehört zu den bekannten Anbietern von Corporate Cards für Geschäftsreisen und ist im Datensatz dieses Portals nicht als Karte mit Konditionen erfasst, weil die Anbieterseite keine Gebühren nennt. Das Faktenblatt des Anbieters („AirPlus Corporate Cards„) beschreibt folgende Merkmale:
- Die Karte läuft über das Mastercard-Netzwerk; der Anbieter nennt mehr als 44 Millionen Akzeptanzstellen in 220 Ländern.
- Transaktionen sind über App und Portal einsehbar, die Daten lassen sich nach Angabe des Anbieters in Unternehmenssoftware und ERP-Systeme übernehmen.
- Kartentyp, Gültigkeit, Bargeldabhebung, Transaktionsarten und Limits sind konfigurierbar.
- Zur Sicherheit nennt der Anbieter Chip, PIN und 3D Secure.
Gebühren, Zahlungsziel und Haftungsmodell nennt das Dokument nicht. Wer AirPlus oder einen vergleichbaren Reiseanbieter in Betracht zieht, sollte diese Punkte direkt anfragen und schriftlich festhalten lassen.
Was Zusatzkarten im Datensatz kosten
Die Preise für weitere Karten zeigen, wie verschieden die Modelle kalkulieren. Die folgenden Werte stammen aus dem Datensatz dieses Portals, Stand der Anbieterquellen jeweils auf der Kartenseite.
| Karte | Zusatzkarte laut Datensatz |
|---|---|
| Amex Business Gold | 0 € pro Jahr, bis zu 99 Karten inklusive |
| Amex Business Platinum | 250 € pro Jahr für weitere Platinum-Karten |
| Postbank Mastercard Business Card Classic | 30 € pro Jahr |
| DKB Visa Geschäftskreditkarte | 30 € pro Jahr |
| Miles & More Blue Credit Card Business | 66 € pro Jahr |
Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, denn die Leistungen der Hauptkarten unterscheiden sich. Bei Amex Gold gehören die Zusatzkarten zum Paket, bei Postbank und DKB zahlt jede weitere Karte ein eigenes Entgelt. Rechnen Sie deshalb immer mit der Zahl der Karten, die Sie in zwei Jahren erwarten.
Typische Fehler bei der Einführung
In der Praxis scheitern Kartenprogramme selten an der Technik, sondern an fehlenden Regeln. Häufig fehlt eine Zuständigkeit: Niemand prüft die Abrechnung, bis sich Rückfragen stauen. Ebenso verbreitet ist ein zu hohes Standardlimit, das für alle Karten gleich gesetzt wird, obwohl die Bedarfe stark abweichen. Ein dritter Fehler betrifft ausscheidende Beschäftigte: Wird die Karte nicht sofort gesperrt, laufen Abonnements und Online-Dienste weiter, die im Namen des Unternehmens abgebucht werden.
Hilfreich ist ein fester Ablauf. Die Fachabteilung beantragt die Karte, die Buchhaltung legt Limit und Kostenstelle fest, die Geschäftsführung gibt frei. Monatlich gleicht jemand die Abrechnung mit den Belegen ab. Beim Austritt gehört die Kartensperre in die Checkliste der Personalabteilung. Was zu tun ist, wenn eine Karte verloren geht, steht unter Firmenkreditkarte verloren.
So prüfen Sie, ob Corporate Card oder Business Card passt
- Zählen Sie, wie viele Personen tatsächlich regelmäßig bezahlen. Bei ein bis zwei Personen genügt oft eine Business Card.
- Klären Sie, wer im Schadensfall haften soll, und lassen Sie sich das Modell im Vertrag zeigen.
- Prüfen Sie, ob Sie ein Geschäftskonto beim Anbieter führen müssen. Die Kartenseiten im Vergleich weisen das je Karte aus.
- Vergleichen Sie die Gesamtkosten für Ihre Kartenzahl, nicht nur die Grundgebühr. Der Kostenrechner hilft dabei.
- Fragen Sie nach der Anbindung an Ihre Buchhaltung. Hinweise liefert Firmenkreditkarte in der Buchhaltung.
- Legen Sie vor der Ausgabe Limits und Regeln schriftlich fest.
Gebühren und Zahlungsziel nicht vergessen
Die Gesamtkosten einer Corporate Card bestehen aus mehr als der Jahresgebühr. Für jede Mitarbeiterkarte können Entgelte anfallen, hinzu kommen Fremdwährungsaufschläge und Bargeldgebühren. Wie viel das ausmacht, hängt vom Nutzungsprofil ab. Eine Aufstellung der Posten steht im Beitrag Firmenkreditkarte Kosten. Das Zahlungsziel einer Charge-Karte verschafft Liquidität, ist aber kein Preisvorteil. Wie es funktioniert, erklärt Firmenkreditkarte mit Zahlungsziel.
Prüfen Sie außerdem, ob eine Bonitätsprüfung auf das Unternehmen, auf die Geschäftsführung oder auf die einzelnen Karteninhaber erfolgt. Das beeinflusst, wer sich einer Schufa-Abfrage stellen muss. Antworten dazu finden Sie unter Firmenkreditkarte und Schufa.
Checkliste vor der Beantragung
- Vertragspartner und Haftungsmodell im Kartenvertrag lesen.
- Anzahl der Karten und Limits je Person festlegen.
- Freigabe- und Belegprozess definieren.
- Gebührenverzeichnis auf Zusatzkarten, Bargeld und Fremdwährung prüfen.
- Sperrprozess für verlorene Karten und ausgeschiedene Mitarbeitende festlegen.
- Schnittstellen zur Buchhaltung oder Reisekostenabrechnung klären.
- Kündigungsfristen und Laufzeiten notieren.
Stand: Oktober 2026. Diese Informationen ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung. Konditionen können sich ändern, maßgeblich sind die Angaben der Anbieter.
FAQ
Was ist eine Corporate Card?
Eine Corporate Card ist eine Firmenkreditkarte, die ein Unternehmen für Mitarbeitende bestellt und zentral abrechnet. Vertragspartner ist das Unternehmen, die Karte trägt oft den Namen der nutzenden Person.
Was ist der Unterschied zwischen Corporate Card und Business Card?
Die Corporate Card ist auf das Unternehmen und mehrere Nutzer ausgelegt, die Business Card häufig auf eine Person. Haftung, Abrechnung und Verwaltung regelt der jeweilige Kartenvertrag, die Grenzen sind fließend.
Was bedeutet Corporate Credit Card?
Der Begriff beschreibt eine Kreditkarte für Unternehmen, meist mit Charge-Funktion und monatlicher Sammelabrechnung. Im deutschen Markt wird er für Firmenkreditkarten allgemein verwendet.
Gibt es Firmenkreditkarten für Mitarbeiter ohne Geschäftskonto?
Ja, bei einigen Anbietern. Der Datensatz weist je Karte aus, ob ein Geschäftskonto verlangt wird. Bei Amex Business Gold ist es laut Anbieter nicht erforderlich, bei vielen Bankkarten dagegen schon.
Wer haftet bei Missbrauch einer Corporate Card?
Das hängt vom Kartenvertrag ab und davon, ob Haftung beim Unternehmen oder bei der einzelnen Person liegt. Für Unternehmen gelten nicht immer die Verbraucherregeln. Lassen Sie sich das Modell schriftlich bestätigen.